Goldener Windbeutel 2014 – Foodwatch kürt dreisteste Verbrauchertäuschung

Foodwatch deckt Verbrauchertäuschung auf

Den Goldenen Windbeutel wird sich als Preis wohl kein Unternehmen gerne ins Regal stellen:

Seit 2009 kürt die Verbraucherorganisation foodwatch  jedes Jahr ein Produkt, welches Kunden in besonders unverschämtem Maße hinters Licht führt. Einige grosse Lebensmittelkonzerne die Verbrauchertäuschung auf besonders dreiste Art betreiben, mussten auf Grund des Engagements von foodwatch Verluste verzeichnen.Die meisten, darunter auch Hipp und Nestlé haben daraufhin auch Produkte geändert oder vom Markt genommen.

Bis 30.September könnt ihr mitabstimmen, wer dieses Jahr den Negativpreis der Lebensmittelindustrie erhalten soll

 

Hier geht es zur Goldenen Windbeutel 2014 Wahl

 

Foodwatch Goldener Windbeutel

Foodwatch Goldener Windbeutel

 

So täuscht uns die Lebensmittelindustrie

Oft ist uns garnicht bewusst, wie einfach wir uns von den Marketingkampagnen der Lebensmittelkonzerne einlullen lassen. Da werden extrem zuckerhaltige Lebensmittel als gesundes Essen für Kinder vermarktet, Fertigprodukte werben mit Zutaten die garnicht enthalten sind, oder Hersteller zeichnen Produkte als `regional` aus, obwohl sie aus Übersee kommen. Natürliches Aroma suggeriert uns ein möglichst naturbelassenes Lebensmittel, stammt aber meistens aus Schimmelpilzen oder Holzspänen.

 

Kinder und deren Eltern sind die häufigste Zielscheibe von Werbelügen

Wer jemals mit Kindern im Supermarkt einkaufen war, weiss wie sehr die kindgerecht aufgemotzten Lebensmittelverpackungen für Cornflakes, Brotauftriche und Süssigkeiten die Kids anziehen und den Einkauf zum Spießrutenlauf machen  `ich will aber die mit dem SÜÜÜÜSSEN Tiger !!`

Auch Eltern sind sehr beeinflussbar, wenn es um das Wohl ihrer Kinder geht. Babynahrung ist hier ein gutes Beispiel. Die Macht der Bilder ist hier besonders stark. Wenn auf Verpackungen zufrieden schlummernde Babys gezeigt werden, strahlende Mamas ohne Augenringe und eventuell ein Mann im Arztkittel, der das Produkt lobt, dann greift die ich-will-doch-nur-das-beste-für-mein-Kind-Mama gerne zu.

Ein Blick auf die Inhaltsangabe muss sein. Im Falle des Preisträgers von 2012  HIPP enthielt der prämierte Kindertee pro 200ml Tasse ganze 2 ½ Stück Würfelzucker. Da kann man dann schon mal für den 2-jährigen eine Zahnersatzzusatzversicherung abschliessen. Hipp hat daraufhin die Tees vom Markt genommen, sie aber dann über die Tochterfirma Bebivita weiterhin verkauft.

 

Mein Fazit:

Ich schätze die Arbeit von Foodwatch sehr und bin daher auch 2009 Mitglied geworden. Das Team um Gründer Thilo Bode (ehemaliger Greenpeace Deutschland Chef) hat mit seinem investigativen Engagement schon so manche Verbrauchertäuschung aufgedeckt und mit der konsequenten Veröffentlichung viele Erfolge erzielt. Besonders wichtig finde ich den Einsatz von foodwatch gegen die Spekalutionspraktik von Banken mit Lebensmitteln. Durch die Wetten auf Rohstoffpreise an Terminbörsen steigt der Hunger in bedürftigen Ländern, und das nur aus purer Profitgier derer, die sich die Taschen nicht voll genug stopfen können.

 

Wir brauchen Menschen und unabhängige Organisationen die das Geflecht aus Lobbyismus und Industrie, Politik und Finanzmärkten aufdecken. Das stärkt unsere Rechte als Verbraucher, entbindet uns aber nicht von der eigenen Verantwortung für unsere Kosumentscheidungen und Handlungen.

Foto: fotolia, foodwatch e.V

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